Das Eisenfaust

Auf den Spuren von Olf Faustson

Einer alten Sage nach zufolge, deren Herkunft bis heute weitgehend ungeklärt ist, soll Olf Faustson, ein Segler von hünenhafter Gestalt und eisernem Kampfgeist, die Affenfaust nach Europa gebracht haben.

Ihm zu Ehren finden sich alle Jahre wieder, zur kältesten Zeit im Jahr, einige hartgesottene zusammen, um es Olf Faustson gleichzutun. In traditioneller Kleidung wird einen Nachmittag lang ausschließlich mit althergebrachten Naturfäusten geworfen. Dabei geht es in erster Linie nicht darum, wer die Affenfaust am weitesten wirft, sondern wer den Spirit von Olf Faustson am besten verkörpert.

Das Ganze folgt einem strengen Zeremoniell, das von den sogenannten Hütern der Faust, dem Prügelpagen und dem Trötenonkel, angeleitet wird. Der Beginn eines jeden Rituals wird in der Regel vom Trötenonkel durch Ertönenlassen des Rufhorns angekündigt.

Prozession zum Wurfplatz

Begleitet von Lobgesängen wird gemeinsam mit Fahnen und Fackeln zum Wurfplatz gezogen.

 Olf Faustson Lied

Niemand ist so groß wie er, keiner ist so stark,
die Eisenfaust in seiner Hand wie keiner es vermag!

Refrain: Hant jen wan, han jen run
Olf Faustson (2x)

(Wirf sie hoch, wirf sie weit,
Olf Fauston)

Sein Gemächt ist riesengroß, üppig ist sein Bart,
zwei Affenfäuste er im Schoß, sein Wille, der ist hart!

Refrain: Hant jen wan, han jen run
Olf Faustson (2x)

Affenfaust in seiner Hand umsegelt er die Welt,

hart am Wind durch jeden Sturm Olf Faustson unser Held!

Refrain: Hant jen wan, han jen run
Olf Faustson (2x)

Manöverschluck

Bevor mit dem Werfen begonnen wird verlangt es der Brauch, dass der gemeinsame Manöverschluck durchgeführt wird. Dieser Erfolgt traditioniell aus einem Trinkhorn.

Ähnlich wie bei dem aus der Seefahrt bekannten Manöverschluck kann ein solcher vor, nach oder auch während eines jeden Manövers erfolgen.

Wurf der Urfaust

Das Werfen wird durch den Wurf der Urfaust eröffnet. Dabei handelt es sich um eine besonders große Affenfasut aus geschlagenem Tauwerk, wie sie auch Olf Faustson besessen haben soll. Der Erste Wurf erfolgt durch den Prügelpagen oder den Fänger des Letzen Wurfs. Anschließend ist jeder Teilnehmer dazu aufgerufen, seinerseits die Urfaust unter Ausstoß lauten Kampfgeschreis zu werfen. Zur Bestätigung des eisernen Kampfgeists werfen Hartgesottene immer barfuß.

Weitwurfbewerb

Auf den Wurf der Urfaust folgt ein traditioneller Weitwurfbewerb, bei dem ausschließlich Naturfäuste zugelassen sind. Nach einem kurzen, freien Einwerfen stehen jedem Teilnehmer 5 Würfe zu. Die Weite wird von Prügelpagen beziehungsweise dem Trätenonkel in Schritt (sr) gemessen. Selbige überwachen auch den ordnungsgemäßen Ablauf.

Die Siegerehrung des Bewerbes erfolgt gleich im Anschluss und wird vom Trötenonkel angeblasen.

Wahl des Eisenfaust

Der Höhepunkt der Zeremonie stellt die Wahl des Eisenfaust mit dem darauffolgenden Eisenschlag dar. Dabei soll derjenige auserwählt werden, der den Geist von Olf Faustson am besten mitgetragen hat und in weiterer Folge zum Eisenfaust geschlagen werden soll.

Die Wahl erfolgt indem jeder Wähler seinem jeweils auserwählten ein Devotional mit den folgenden Worten überreicht:

“Ehrwürdiger Freund, ich überreiche dir dieses Name-des-Gegenstands als Zeichen meiner Anerkennung!”

Dabei ist jeder Anwesende, der zumindest eine Affenfaust sein eigen nennt, wahlberechtigt. Das Devotional kann zwar ein mitgebrachter Gegenstand sein, es ist aber nicht unnüblich, vor der Wahl, Devotionalien in den umliegenden Wäldern zu suchen. Die Hüter der Faust überwachen den Wahlvorgang und sind ihrerseits sowohl vom aktiven, als auch passiven Wahlrecht ausgeschlossen. Letzteres gilt auch für etwaige anwesende Träger des Ehrentitels Eisenfaust.

Nach erfolgter Wahl, wird der Auserwählte durch den Prügelpagen im Beisein aller Anwesenden durch den Eisenschlag zum Eisenfaust geschlagen. Durch dieses Ritual erhält der Empfänger auf Lebenszeit das Privileg den Beinamen “Eisenfaust” zu führen. Der Eisenschlag selbst erfolgt ebenfalls nach einem strengen Ablauf, bei dem alle Anwesenden miteinbezogen werden.

Der Eisenschlag

Prügelpage: “Knie nieder Vorname Nachname und empfange die Gunst der Urfaust!”
Eisenfaust: (kniet nieder) “Ich empfange!”
Prügelpage: “Sehet das Empfängnis der Macht!”
Alle: “Wir sehen!”
Prügelpage: “Bekenne dich zur Affenfaust!”
Eisenfaust: “Mein Wille ist eisern!”
Alle: “Eisern fürwahr!”
Prügelpage: “Du hast dich als würdig erwiesen und darfst fortan den Namen Eisenfaust tragen. So erhebe dich nun als Vorname Eisenfaust.”
Eisenfaust: (steht auf)

Ruf: Takkata Takkata – UH!
Takkata – UH!
Takkata Takkata – UH! UH! UH!

Prozession zurück

Nach erfolgtem Eisenschlag findet, wiederum begleitet von Lobgesängen, der Zug zurück zum Ausgangspunkt statt.

Der letzte Wurf

Der Abschluss der Zeremoniells, das mit dem Ersten Wurf begonnen hat, stellt der sogenannten Letzte Wurf dar. Dieser wird vom frisch erkorenen Eisenaust mit der Urfaust unter Ausstoß lauten Kampfgeschreis ausgeführt. Dabei spielt der Ruf eine wichtige Rolle, da der Eisenfaust Anhand des Klanges des Rufes von den Hütern der Faust einen Beinamen verliehen bekommt. (z.B.: Matthias Eisenfaust, der wie ein Gorilla grölt!).

Sobald die Affenfaust die Hand des Eisenfaust verlassen hat, sind alle Anwesenden berechtigt, selbiger hinterher zu laufen und diese zu fangen, bzw. vom Boden aufzuheben. Dem Fänger des Letzten Wurfs wird ebenfalls große Ehre zuteil, da ihm beim darauffolgenden Eisenfaust im nächsten Jahr der Erste Wurf zusteht.